Volkswagen Type 3 Variant, Bj. 73

Volkswagen Type 3 VariantDieser Typ 3 hat Hummeln im Hintern – dort, wo sich einst die Wochenendeinkäufe oder das Urlaubsgepäck und der Boxermotor breitmachen durften, ist jetzt nur noch Platz für den Antrieb. Denn statt des Vierzylinders brummt ein Rover-V8 im Heck des Variants.

Tja, Hakan Lundgren ist eben aufs Ganze gegangen. Im Originalzustand war dem Schweden der 73er Typ 3 schon kurz nach dem Kauf einfach zu lahm.

„Dann dachte ich mir aus Spaß, baus-te eben ‘nen Achtzylinder ein – und der verrückte Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen, bis wirklich einer drin war”, erklärt er mit einem vielsagenden Grinsen im Gesicht. Ein Blick ins Variant-Heck gab schließlich den letzten Anstoß – der Platz müsste ausreichen. Also besorgte Hakan sich einen Oldsmobile-V8 der frühen sechziger Jahre. 3,5 Liter Hubraum sollten ein würdiger Ersatz für den 1600er sein. Logisch, dass eine Motoraufhängung komplett neu angefertigt werden musste. An insgesamt sechs Punkten der Karosserie sowie der Bodengruppe ist der Tragrahmen befestigt. Auch die originale Schwungscheibe musste Hakan erst einmal anpassen. Denn er hatte sich in den Kopf gesetzt, ein 1303-Getriebe zu verwenden. Kräftig verstärkt, wohlgemerkt. Die Kupplung hingegen kapitulierte quasi schon beim bloßen Anblick des mächtigen Achtzylinders. Nach langer Suche fand der Schwede bei Kennedy Enterprises in den USA eine passende Rennkupplung. Etwas problematisch gestaltete
sich die Unterbringung eines ausreichenden Kühlsystems. Das klassische Porschegebläse würde dem (zudem noch wassergekühlten) Achtzylinder kaum die nötige Erfrischung bringen können. Also packte der Schwede einen Jaguar-Kühler in den Vorderwagen Etliche Löcher in der Heckklappe lassen die heiße Luft des Motorraums entweichen. Übrigens verrichtet mittlerweile ein Rover-Achtzylinder seine Dienst im Variant-Heck. Mit 40.000 Kilometern Laufleistung war das 3,5-Li-ter-Aggregat ein echtes Schnäppchen. Eine Edelbrock-Ansaugbrücke sowie der mächtige Holley-Vergaser dürfen bei einem V8 natürlich genausowenig fehlen wie der Auspuff mit Supertrapp-Dämpfern. Die Fächerkrümmer fertigte Hakan in Handarbeit selbst an.

Volkswagen Type 3 Variant1Durch den etwas größeren und vor allem schwereren Motor war der Typ 3 hinten ziemlich in die Knie gegangen, eine Tieferlegung wurde also nur an der Vorderachse durch Verstellen der Drehstäbe notwendig (naja, die Schweden sind halt etwas anders drauf…). 205/60/15-Reifen auf sieben Zoll breiten Felgen haben die Last zu tragen. Ihre neue Dimension sieht man den Original-Rädern kaum an.

So blieb auch die Karosserie äußerst dezent. Lediglich ein paar Zierleisten und die beiden Stoßstangen wurden entfernt. Damit ist dem Kombi von außen kaum anzusehen, was in ihm steckt. Lediglich das große Lochgitter unter dem vorderen Kennzeichen sowie die durchlöcherte Heckklappe lassen den Betrachter misstrauisch werden.

Den Innenraum beließ Hakan bis auf ein Sportlenkrad, Zusatzinstrumente und den Gene-Berg-Shifter im Originalzustand. Ein bisschen Spaß muss eben sein. Und den hat er spätestens beim Dreh des Zündschlüssels, wenn hinter ihm die doppelte Anzahl an Zylindern ein wahres Freudenfeuer entfacht und die Passanten erstaunt stehenbleiben: „Mein alter VW hat aber damals anders geklungen…”

Volkswagen Type 3 Variant2Halter- bzw. Herstellerangaben
Typ: 3 Variant, Bj. 73 • Motor: Rover-V8 * Hubraum: 3,5 I • Auspuffanlage: Eigenbau mit Supertrapp-Schalldämpfern • Kupplung/Schwungscheibe: Schwungscheibe bearbeitet, Kennedy-Enterprises-Rennsportkupplung • Getriebe: 1303 (verstärkt) • Fahrwerk: Drehstäbe vorne verstellt • Räder vorn & hinten: original, verbreitert auf 7J x 15 • Bereifung vorn & hinten: 205/60/15 • Sonstiges: Stoßstangen entfernt, Kühllufteinlass vorne, Heckklappe mit Lüftungslöchern • Interieur: Sportlenkrad, Gene-Berg-Shifter, Zusatzinstrumente

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